Kreatives

Kleine Texte und ein paar Gedanken zu Weihnachten und dem neuen Jahr!

Wusstet ihr schon, dass Maria gar keine Jungfrau war?

Sie war nur eine junge Frau – und damit wird unser Glaube an die Weihnachtsgeschichte tief erschüttert. Heute sitzen wir trotzdem hier bei der Weihnachtsfeier der „Druckreif“-Redaktion, stopfen Bredle, Mandarinen, Kuchen und Schokolade in uns hinein, schlürfen Tee und freuen uns auf Weihnachten!

Und obwohl wir nun vom Glauben an Maria abgefallen sind, wünschen wir euch schöne Weihnachten und ein gutes Jahr 2017!

Eure „Druckreif“ Leute

 

PS: Wir müssen jetzt leider aufhören, weil Lisi furzt und stinkt und auch Bredle will und überhaupt ziemlich sad ist!

(Frau Rothenbergers Hund)

Aber unten habt ihr noch ein paar Klugscheißertexte – für die Intellektuellen unter euch! Viel Spaß beim Lesen!

 

 

Und hier die Texte!

 

„Die Menschen verlernen das Schenken. Der Verletzung des Tauschprinzips haftet etwas Widersinniges und Unglaubwürdiges an; da und dort mustern selbst Kinder misstrauisch den Geber, als wäre das Geschenk nur ein Trick, um ihnen Bürsten und Seife zu verkaufen.“                                                                                                                                                         Theodor W. Adorno

Doch warum können wir nicht glauben, dass uns jemand etwas schenken möchte? Wir suchen doch immer nach einem „aber“, nach einem Hintergedanken, nach etwas, das uns Böses will. Das Misstrauen keimt nicht nur im Menschen, nein, es wuchert sogar. Und vor lauter Misstrauen verlieren wir die eigentliche Bedeutung des Schenkens: Liebe!

Schenken, das sollte Glück sein, das sollte Freude sein, das sollte Vorfreude sein. Schenken, das sollte aus Liebe zum Menschen sein. Aber das ist es nicht. Nicht mehr. Schenken, das ist ein Muss. Man schenkt jetzt zu Weihnachten, zum Geburtstag, zum Valentinstag. Nicht aus Spaß an der Freude- aus Vernunft. Weil es jeder tut. Weil es sich so gehört. Ein liebloses Ritual. Mehr Geben als Schenken. Mehr Tauschen als Geben.

Geht mit dem Schenken auch ein Stück Liebe verloren? Verlernen wir Menschen zu lieben? Kann man Liebe überhaupt verlernen?

Sicher ist, wir sollten, nein, wir müssen am Schenken festhalten, gerade jetzt an Weihnachten, dem Fest der Liebe. Jeder Mensch kann schenken. Wir können das wohl simpelste und doch wertvollste Geschenk schenken- an andere, an uns selbst. Zeit.

Denn nichts ist vergleichbar mit der Zeit, die man mit seinen Liebsten verbringt. Selbst das allergrößte Geschenk nicht.

Anne Strunz

 

„…und ich werde an Weihnachten nach Hause kommen. Wir alle tun das oder sollten es tun. Wir alle kommen heim oder sollten heimkommen. Für eine kurze Rast, je länger desto besser, um Ruhe aufzunehmen und zu geben.“

Charles Dickens

Wir alle sollten also an Weihnachten „heimkommen […] für eine kurze Rast“. Ja, unserem hektischen Leben zwischen Schulbuch und Smartphone würde eine kurze Pause tatsächlich mal guttun. Die Weihnachtstage sind aber laut Dickens noch mehr als nur eine Rast, sie bringen Familien zusammen. Die Oma aus dem Pflegeheim, die Tante aus Berlin und der Cousin, der in München studiert, sie alle kommen an Weihnachten zusammen. Vielen von uns ist gar nicht bewusst, wie wertvoll das ist, wie viele Kinder es gibt, die an Weihnachten niemanden haben. Sie fliehen vor Krieg und Hunger, denken an die Playstation unterm Weihnachtsbaum nicht einmal im Traum.

Lasst uns also deshalb Weihnachten als Anlass nehmen, auch an die Menschen zu denken, denen es schlecht geht. Lasst uns gleichzeitig die Pause nutzen, um in unseren Familien einfach mal gemütlich zusammenzusitzen und zu plaudern.

Wenn das nicht an Weihnachten klappt, wann dann?

Philipp Heine

 

„Man sage nicht, daß eine Stimme im Innern uns heimlich und deutlich anvertraue, was recht sei. Dieselbe Stimme, die dem Christen zuruft, seinem Feinde zu vergeben, ruft dem Seeländer zu, ihn zu braten, und mit Andacht ißt er ihn auf – Wenn die Überzeugung solche Taten rechtfertigen kann, darf man ihr trauen?“

Heinrich von Kleist

Was sind das für merkwürdige Sätze? Und wie passen sie zu Weihnachten? Und zum neuen Jahr…

Kann man Heinrich von Kleist vorwerfen, dass er ein Rassist ist? – Eher nein, denn, wenn man seine Gedanken genauer betrachtet, fällt auf, dass er nichts gegen den „Seeländer“ hat, sondern etwas gegen innere Stimmen, die falsche Überzeugungen, und damit falsche Handlungen hervorbringen.

Kleist hat diesen Satz vor über zweihundert Jahren, 1801, in einem Brief geäußert, trotzdem erscheint er mir hochmodern. In unserer Zeit werden sehr viele Äußerungen rein gefühlsmäßig und unreflektiert getätigt, im Internet finden sich Hasskommentare, auf der Straße werden Menschen angegriffen, die anders aussehen als andere – und das alles sehr wahrscheinlich aufgrund verwirrter innerer Stimmen. Deshalb wünsche ich mir Verstand, Klarheit, und Vernunft, anstelle verworrener Gefühle für das neue Jahr – für mich selbst und für unsere Welt.

Bärbel Rothenberger

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